Der Geschmack von Apfelkernen von Katharina Hagena

26. Juli 2012 at 23:55 (Bücher, Rezensionen)

Taschenbuch

254 Seiten

ISBN: 978-3462041491

EUR 8,99 (D)

Verlag: Kiepenheuer & Witsch

Kurzbeschreibung auf Amazon:
Schillernd und magisch sind die Erinnerungen an die Sommerferien bei der Großmutter, geheimnisvoll die Geschichten der Tanten. Katharina Hagena erzählt von den Frauen einer Familie, mischt die Schicksale dreier Generationen. Ein Roman über das Erinnern und das Vergessen – bewegend, herrlich komisch und klug. Als Bertha stirbt, erbt Iris das Haus. Nach vielen Jahren steht Iris wieder im alten Haus der Großmutter, wo sie als Kind in den Sommerferien mit ihrer Kusine Verkleiden spielte. Sie streift durch die Zimmer und den Garten, eine aus der Zeit gefallene Welt, in der rote Johannisbeeren über Nacht weiß und als konservierte Tränen eingekocht werden, in der ein Baum gleich zweimal blüht, Dörfer verschwinden und Frauen aus ihren Fingern Funken schütteln. Doch der Garten ist inzwischen verwildert. Nachdem Bertha vom Apfelbaum gefallen war, wurde sie erst zerstreut, dann vergesslich, und schließlich erkannte sie nichts mehr wieder, nicht einmal ihre drei Töchter. Iris bleibt eine Woche allein im Haus. Sie weiß nicht, ob sie es überhaupt behalten will. Sie schwimmt in einem schwarzen See, bekommt Besuch, küsst den Bruder einer früheren Freundin und streicht eine Wand an. Während sie von Zimmer zu Zimmer läuft, tastet sie sich durch ihre eigenen Erinnerungen und ihr eigenes Vergessen: Was tat ihr Großvater wirklich, bevor er in den Krieg ging? Welche Männer liebten Berthas Töchter? Wer aß seinen Apfel mitsamt den Kernen? Schließlich gelangt Iris zu jener Nacht, in der ihre Kusine Rosmarie den Unfall hatte: Was machte Rosmarie auf dem Dach des Wintergartens? Und wollte sie Iris noch etwas sagen? Iris ahnt, dass es verschiedene Spielarten des Vergessens gibt. Und das Erinnern ist nur eine davon.

Eigene Rezension:
Bertha, die Großmutter von Iris ist tot und ihre Aufgabe ist es, sich nun um den Nachlass zu kümmern. Natürlich bleibt es da nicht aus, dass die Bibliothekarin sich an die ein oder andere Geschichte aus der Kindheit und Jugend erinnert. Denn mit dem Haus, dass ihr Erbe darstellt, verbindet sie ihre komplette Vergangenheit. Und so nach und nach ist alles wieder da. Wie wundervoll waren die Sommer, die sie dort verbracht hat. Doch es geht nicht nur um geschehenes aufzuarbeiten und mit dem Tod der Großmutter zurechtzukommen und um Erinnerungen, sonder auch um die Entscheidung, was mit dem geliebten Haus passieren soll. Bringt Iris es wirklich fertig das Haus verkaufen und somit ihre einst glückliche Kindheit in Vergessenheit geraten zu lassen?

Katharina Hagena hat hier einen Roman geschrieben, der zwar nicht sehr lang ist, aber man doch seine Zeit braucht um durch das Buch zu kommen. Denn jedes Wort ist ein Genuß und es wäre zu schade die Geschichte einfach zu verschlingen, ohne sich auf die Gedanken der Protagonistin einzulassen.

Der Leser wird nicht nur nachdenklich gestimmt, sondern kommt nicht umhin auch mal über die Jugend zu schmunzeln. Außerdem treffen in diesem Schmöker gleich drei Generationen zusammen, die unwiderruflich miteinander unglaublich viele Erlebnisse teilen und eine gemeinsame Vergangenheit und vielleicht auch Zukunft haben.
Dabei ist man von Anfang an richtig schnell in der Geschichte, ohne sich lang einlesen zu müssen. Und dabei möchte man noch soviel mehr aus dem Leben von Iris, ihrer Familie und deren gemeinsamer Zeit in dem Sommerhaus der Großmutter erfahren.

Bei „Der Geschmack von Apfelkernen“ handelt es sich um ein wundervoll nachdenklich stimmenden Buch über die Vergangenheit und über die Zukunft. Man beginnt über die eigene Generation und über die Familie nachzudenken. Die Geschichte schmeckt tatsächlich nach Apfelkernen und ruft eine Spätsommerstimmung hervor. Ein toller Lesespaß auch wenn das Vergnügen aufgrund der Länge leider sehr kurz ist. Dennoch ein Familienroman ganz nach meinem Geschmack.

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