Junkgirl von Anna Kuschnarowa

21. April 2012 at 15:01 (Bücher, Rezensionen)

Klappenbroschur

222 Seiten

ISBN: 978-3407742599

EUR 12,95 (D)

Verlag: Beltz

Kurzbeschreibung auf Amazon:
„Die Zeit mit Tara war die großartigste Zeit meines Lebens. Und die beschissenste.“
Alles begann mit Tara. Der schillernden, wilden, außergewöhnlichen Tara, in die sich die unscheinbare Alissa Hals über Kopf verliebt. Um mit Tara zusammen zu sein, beginnt Alissa heimlich ein Doppelleben, irrlichtert zwischen Sein und Schein, belügt ihre Eltern und nimmt Drogen. Sie erlebt ungeahnte Höhenflüge, ist verzaubert, berauscht, fühlt sich unsterblich. Es scheint, als sei Alissas Sehn-Sucht endlich gestillt. Da zeigen sich tiefe Risse in Taras schillernder Welt …
Ein überwältigender und rasanter Roman, der mit ungeheurer Wucht vom Rausch der Liebe, der Drogen und dem Erwachsenwerden erzählt.

Eigene Rezension:
Alissa ist in einem sehr strengen und behüteten Elternhaus aufgewachsen. Sie hat kaum Freiräume und alles läuft nach ganz klaren Strukturen ab. Mit ihrer großen Schwester versteht sie sich eigentlich ganz gut. Klar, das ist auch kein Kunststück, denn die ist immer die Ruhe in Person, immer lieb und nett und man kann sich quasi gar nicht mit ihr streiten. Eigentlich hat Alissa nur den einen Wunsch: Sie will etwas erleben und neues kennenlernen. Sie will wissen, wie es sich anfühlt beliebt zu sein und dazuzugehören und auf Partys eingeladen zu werden. Und dann lernt sie Tara kennen. Das Mädchen ist mit ihrer scharzen Kleidung, Nieten und Netzstrumpfhosen und ihrer coolen, lässigen Art das ganze Gegenteil von Alissa. Kein Wunder, dass sie sich wie magisch angezogen von ihr fühlt und sich sogar in sie verliebt. Dass Tara diese Liebe erwidert, ist der Anfang vom Ende und der Untergang von Alissa…
Dafür wird gleichzeitig Alice geboren und Alice giert nach Spaß, Party, Rausch und Drogen…

Die Gestaltung des Covers ist meiner Meinung nach sehr gelungen. Auf schwarzem Hintergrund sehen wir bunte Farben durcheinander gewirbelt. Genau so, wie man sich einen Rausch vorstellen könnte.

Mit „Junkgirl“ halten wir eine traurige Geschichte über das Ausbrechen, Untergang, Liebe, Verrat und vor allem die Folgen in den Händen. Es ist hart mitanzusehen wie schnell man in den Sog von harten Drogen gezogen wird, dem man sich nicht mehr entziehen kann. Und wir lesen über Menschen die vom Rausch ganz schnell sehr kaputt gemacht werden. Hierbei handelt es sich auf keinen Fall um leichte Kost. Wir erleben das Geschehen aus Sicht von Alissa, die erzählt wie sie ihre Kindheit erlebt hat, wie sie sich in Tara verliebte, abgerutscht ist und es doch noch geschafft hat der Sucht zu entfliehen und vor allem Alice in ihr selbst fernzuhalten. Alice ist das Junkgirl in ihr, Alice ist das ganze Gegenteil von Alissa und Alice giert immer wieder Party und Drogen…

Die Autorin nimmt in diesem Jugenbuch kein Blatt vor den Mund. dass der Leser leicht in einem Rutsch durch die Geschichte kommt, liegt nicht unbedingt an der geringen Seitenanzahl, sondern eher daran, dass man als Leser von Anfang an gefesselt ist. Sobald man den ersten Schock über die derbe Ausdrucksweise der Protagonistin bereits im Prolog überwunden hat, kommt man von dem Buch einfach nicht mehr weg, bis man auch die letzte Seite gelesen hat. Die harten Worte in der Erzählung machen das Ganze sehr realitätsnah und authentisch. Der Schreibstil selbst ist flüssig, locker und leicht.

Ich kann das Buch nur wärmstens weiterempfehlen! Es handelt sich hier um ein Jugendbuch, dass sehr stark an „Wir Kinder vom Bahnhofzoo“ von Christiane F. erinnert. Die Autorin hat es geschafft, mir als Leser die Gefühlswelt von einem jungen Mädchen, das mal eben in die harte Drogenszene komplett abrutscht, richtig hart, aber sehr gut nachvollziehbar zu vermitteln. Ich litt mit Alissa und ihren Freunden mit und muss sagen, dass ich am Ende doch noch lange über „Junkgirl“ nachdenken musste. Und das ist ein Punkt, der für mich ein gutes Buch ausmacht!

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