Falsche Fährten – Kriminalirrtümer und ihre Folgen von Stephan Harbort

4. April 2012 at 20:42 (Bücher, Rezensionen)

Hardcover

336 Seiten

ISBN: 978-3821865447

EUR 19,95 (D)

Verlag: Eichborn Verlag

Kurzbeschreibung auf Amazon:
Der Stoff, aus dem die Krimis sind Der Kriminalhauptkommissar und bekannte Kriminologe Stephan Harbort legt das erste große Sachbuch über Irrtümer bei Todesermittlungen vor: authentisch, spannend und aufrüttelnd. Unschuldige, die durch Mordverdacht in Bedrängnis geraten, Mörder, die unbehelligt bleiben und weitere Taten begehen können: Fehler und Pannen gibt es immer wieder, wenn es um die Aufklärung von Kapitalverbrechen geht. Bei der Beurteilung des Tatorts, bei der Auswertung von Spurenmaterial, bei der Unterscheidung natürlicher oder gewaltsamer Tod, bei der Bewertung von Zeugenaussagen, bei der Analyse des Tathergangs. Anhand von authentischen Kriminalfällen schildert Stephan Harbort die bedeutsamsten, spektakulärsten und am häufigsten vorkommenden Ermittlungsfehler. Inhalt: Handelt es sich um die Täterspur oder eine Trugspur? Ist der Tote einfach gestorben oder getötet worden? Weiß der Zeuge wirklich was, oder täuscht er sich? Geht es um Mord oder Selbstmord? Ist das Geständnis wahr oder falsch? Handelt es sich um einen Mordfall oder einen Unfall? Hat man es bloß mit einem Fundort oder mit dem Tatort zu tun? Ist das angefertigte Gutachten zutreffend oder irreführend?

Eigene Rezension:
Ist der nette Nachbar wirklich der Täter? Er war doch immer so freundlich und zuvorkommend. Kann man ihm dieses Verbrechen wirklich zutrauen? Aber alle Beweise sprechen doch dafür. Und was wenn man in der Ermittlung doch einen Fehler gemacht hat?
Diese und noch viele andere Fragen werden sich auch in diesem Buch von Stephan Harbort gestellt. Wir lesen von Fällen, in denen sich die Justiz geirrt hat oder wo auch Zeugen und sogar vermeintliche Täter bewusst in die Irre geführt haben.

Bei „Falsche Fährten“ handelt es sich um ein interessantes Sachbuch in dem wir die verschiedensten Geschichten rund um Kriminalirrtümer und ihre Folgen lesen können. Der Autor hat sehr gut recherchiert und es mit dieser Sammlung den ein oder anderen Überraschungseffekt beim lesen erzeugt.
Vor allem hätte man gar nicht erwartet wieviele verschiedene Möglichkeiten es gibt, sich bei einer Ermittlung zu irren. Es spielen unglaublich viele Fakten in komplizierte Fälle hinein und ein kleiner Irrtum, kann fatale Folgen haben und die Wahrheit ganz schnell über den Haufen werfen.
Es werden hier sehr viele Themen behandelt und merkt, wie Facettenreich die Rubrik „Kriminalirrtümer“ überhaupt umfasst. Zu jeder Kategorie warten dann einzelne Geschichten, wahre Fälle auf uns.

Davon abgesehen hat Stephan Harbort einen sehr angenehmen Schreibstil. Man hat gar nicht so richtig das Gefühl ein Sachbuch in den Händen zu halten. Teilweise waren die einzelnen Geschichten sogar richtig spannend. Außerdem hält sich der bekannte Kriminologe sehr mit fachchinesisch zurück. Man kann auch als Laie alles sehr gut nachvollziehen.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es war informativ und interessant. Und dabei überhaupt nicht trocken und langweilig geschrieben. Ich habe gerne immer wieder in den Tatsachenberichten geblättert und war das ein oder andere Mal richtig erstaunt.
Als ich das Buch in die Hände genommen habe, dachte ich mir bereits, dass mich eine informative Lektüre erwartet. Aber diese Erwartungen wurden doch sehr übertroffen! Ich freue mich sehr auf weitere Bücher von dem Autor, denn dass sind Sachbücher, die mein Leserherz höher schlagen lassen! Ich hatte direkt das Gefühl mittendrin, statt nur dabei zu sein.

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