Lebenslang von Peter Schwindt

8. Januar 2012 at 18:51 (Bücher, Rezensionen)

Taschenbuch

288 Seiten

ISBN: 978-3492264655

EUR 9,95 (D)

Verlag: Piper Taschenbuch

Kurzbeschreibung auf Amazon:
Die Steilbergs planen eine Grillparty mit Freunden. Als Astrid Steilberg in letzter Minute merkt, dass ihr noch ein paar Kleinigkeiten fehlen, schickt sie ihre zehnjährige Tochter Julia rasch in den Supermarkt. Als das Mädchen nach fast zwei Stunden immer noch nicht wieder da ist, hält Astrid es nicht mehr aus und ruft die Polizei. Am nächsten Tag folgt die schreckliche Gewissheit: Julia ist vergewaltigt und ermordet worden. Die Steilbergs geraten in einen Teufelskreis aus Schuldzuweisungen und Verdächtigungen, ein Albtraum, aus dem es offenbar kein Entrinnen gibt …

Eigene Rezension:
Familie Steilberg veranstaltet eine Grillparty. Dabei hätten sie nie erwartet, welcher Alptraum nun beginnt. Astrid denkt sich nicht viel, als sie ihre Tochter Julia losschickt, um noch einige Besorgungen zu machen. Doch das zehnjährige Mädchen kommt nicht mehr zurück.
Tragischerweise dauert es nicht lang, bis sie vergewaltigt und ermordet aufgefunden wird. Die Eltern sind verzweifelt.
Es geht um Schuld, Verdrängung, Akzeptanz und es gilt die unglaubliche Kluft, die bereits vor dem grausamen Verbrechen an der eigenen Tochter, zu überwinden…

Die Geschichte nimmt sehr langsam an Fahrt auf. Dennoch ist der Leser sofort mitgerissen und kann sich wunderbar in die Gefühle der Eltern hineinversetzen.
Die Ereignisse und Gefühle selbst, sind aus der Sicht von Fabian, dem Vater von Julia erzählt. Peter Schwindt hat einen wundervollen Schreibstil. Er schafft es, dass man sich sehr gut in den Schmerz von Fabian einfühlen kann und regelrecht mit ihm leidet. Das ist meiner Meinung nach sehr schwierig bei so einem sensiblen Thema, das leider immer wieder Mittelpunkt in den Medien ist.
Auch die Spannung, die zwischen den Eltern herrscht, ist sehr glaubhaft und authentisch geschildert.

Neben dem grausamen Szenario, das Fabian durchmachen muss, können wir noch einen zweiten Handlungsstrang lesen. Dieser handelt von einer gewissen Yvonne, die unter epileptischen Anfällen leidet. Wir als Leser können lange raten, wie diese Geschichte mit dem Verschwinden von Julia zusammenhängt. Und da beginnt dann ein sehr guter Überraschungseffekt.

Das Buch selbst hat sich sehr schnell und flüssig lesen lassen. Man wollte das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen und das trotz fehlender Spannung.
Der Thriller ist auch so ganz und gar nicht typisch für dieses Genre. Das liegt nicht nur an der Thematik, sondern an dem ganzen Aufbau der Story. Wir haben hier nicht den „normalen“ Serienmörder, den es zu fassen gilt und ermitteln nicht mit der Polizei mit.

Mir selbst hat „Lebenslang“ sehr gut gefallen. Die Handlung war stimmig und gut nachvollziehbar, während die Personen alle sehr lebendigt für mich waren.
Der lockere und leichte Schreibstil lies mich das Buch in windeseile durchlesen.
Außerdem war diese Interpretation eines Thrillers für mich mal etwas neues, was mich sehr begeistert hat.
Im großen und ganzen war der Thriller für mich ein besonderes Leseerlebnis, gerade weil dieses heikle Thema so behutsam und realitätsnah aufgegriffen wurde. Allerdings fehlte mir für meinen Geschmack ein wenig zuviel Spannung.

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