Fremde Schwestern von Renate Ahrens

29. Mai 2011 at 15:45 (Bücher, Rezensionen)

Klappenbroschur

304 Seiten

ISBN: 978-3426508060

EUR 9,99 (D)

Verlag: Knaur TB

Frauke und Julia sind wie Feuer und Wasser. Sie sind so verschieden, wie es zwei Menschen nur sein können. Allerdings sind sie Geschwister. Während Frauke ein geregeltes Leben führt und ein Kontrollfreak ist, zeigt sich Lydia als totaler Chaot. Das war schon in der Kindheit der beiden so. Frauke war gut in der schule und überzeugt den Vater mit ihren guten Noten, enorme Leistung und Vernunft. Sie ist ein typisches Papakind. Lydia dagegen kommt ganz nach ihrer kreativen Mutter. Sie hat viele Hobbies, die ihre Kreativität unterstützen, ist dafür aber schlecht in der Schule und hat nur Flausen im Kopf. Und dennoch: Die Schwestern lieben sich abgöttisch, bis es irgendwann wohl oder übel zum Bruch kommt und sich die beiden völlig aus den Augen verlieren.
Irgendwann steht die inzwischen todkranke Lydia mit Merle – ihrer kleinen Tochter – vor Fraukes Tür. Dabei werden die beiden alles andere als mit offenen Armen empfangen. Doch die kleine Merle zwingt die beiden erwachsenen Frauen, nicht nur den Tatsachen ins Auge zu blicken, sondern sich auch wieder einander anzunähern. Kann das gut gehen? Schließlich sind sie fremde Schwestern…

Zunächst fällt hier der Schreibstil auf. Das Buch lässt sich flüssig und schnell lesen. Die Geschichte ist aus der Sicht von Frauke in der Gegenwart geschrieben in der die beiden Schwestern wieder aufeinander treffen. Frauke erinnert sich aber immer wieder an Szenen aus der Kindheit zurück. Und so erschließt sich für den Leser so nach und nach das ganze Ausmaß der Geschichte.

Renate Ahrens hat es geschafft, mich sehr zum nachdenken anzuregen. Jeder der selbst Geschwister hat, kann sich in die beiden vielleicht gut hineinversetzen.
Gleichzeitig war ich fasziniert, wie ein kleines Mädchen es schafft, alles zu ändern und ich habe die ganze Zeit gehofft, dass die Schwestern doch noch zueinander finden. Am Ende war ich richtig emotional aufgewühlt. Dabei wirkte die Geschichte für mich überhaupt nicht kitschig und wurde auch nicht Klischees belastet.

Ich habe die 299 Seiten quasi verschlungen. „Fremde Schwestern“ hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und am Ende war ich den Tränen sehr nahe. Ich kann den Roman jedem empfehlen, der gerne nachdenklich machende Bücher liest oder mal wieder eine Geschichte lesen möchte, die einen nicht mehr so schnell loslässt…

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4 Kommentare

  1. Ela said,

    Wir haben ja wirklich einen ähnlichen Lesegeschmack. Ich hab das Buch auch vor einigen Wochen gelesen und rezensiert. Mir hat es auch richtig gut gefallen und mich sehr beschäftigt.
    LG Ela

  2. David said,

    Schöne Rezi! :-*

  3. hemp said,

    Dieser Roman hat mich schon innerhalb weniger Seiten durch seinen klaren und ungeschonten Schreibstil in seinen Bann gezogen..Zuerst dachte ich das auch dieser Roman wieder mit viel Klischee behaftet ist doch Irrtum!.Die Protagonisten Franka und Lydia begegnen nach jahrelanger Kontaktstille als Lydia schwer krank mit ihrer Tochter Merle vor Frankas Ture steht..Nachdem Lydia ins Krankenhaus kommt ist Franka gezwungen ihre Nichte Merle zunachst bei sich aufzunehmen..Gezwungen ist das richtige Wort denn Franka die kinderlos ist versteckt ihre Gefuhle fur Merle unter einer Schutzmauer..Zu groB ist der Schmerz den ihr ihre Schwester zugefugt hat und sie spurt zunachst einmal nichts anderes als Verachtung..Lydia geht es ebenfalls so und Merle zwingt die beiden im wahrsten Sinne des Wortes sich mit ihren Gefuhlen auseinanderzusetzen..Gar nicht so leicht denn Merle wird andauernd in diesem Strudel aus Hass hineingezogen..Dabei habe ich personlich mich als Leser ofter gefragt wie viel ertragt dieses Kind denn noch?.Renate Ahrens beschreibt diese Situation klar und deutlich und verschont nichts..Ich hatte als Leser das Gefuhl den Schmerz und die Wut deutlich zu spuren ja sogar die Verachtung wirkte hier vollig lebendig..Immer wieder liest der Leser Gedankensprunge die die Gefuhle deutlich machen..Auch gibt es Einblicke in die Kindheit die sehr schnell klar werden lassen das schon von Kindes Beinen an so einiges in der Familie schief gelaufen ist..Als Puffer dient hier Jan der Freund von Franka der zumindest fur Merle das Beste will und versucht zwischen der Franka und Merle zu vermitteln..Die Figuren sind hier sehr charakterlich dargestellt. Der Leser lebt sich schon auf den ersten Seiten schnell ein und bekommt das Gefuhl in den Sog der Emotionen mitgerissen zu werden..Man mochte beide Schwestern an den Schultern packen und schutteln das Kind trosten oder auch einfach mal das Buch zu knallen damit die Handlung einen nicht so mitnimmt..Genau damit fesselt Renate Ahrens ihren Leser. Es gelang mir nicht von dieser tragischen Familiengeschichte abzulassen ich habe das Buch an einem einzigen Nachmittag gelesen..297 Seiten haben mich vollig in ihren Bann gezogen und mit einem KloB im Hals zuruck gelassen..Dieser Roman uberzeugte mich weil es sich nicht um Klischee handelte und er obendrauf auch noch Tiefgang besitzt…Fazit . Fremde Schwestern ist ein tragischer Familienroman der den Leser zum Nachdenken anregt.

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