Der Kinderdieb von Brom

17. Mai 2011 at 23:53 (Bücher, Rezensionen)

Hardcover

664 Seiten

ISBN: 978-3426283295

EUR 16,95 (D)

Verlag: PAN

„Leise wie ein Schatten streift ein merkwürdiger Junge durch die Straßen von New York. Er nennt sich Peter und ist auf der Suche nach Kindern und Teenagern, die dringend Hilfe brauchen. Peter rettet sie – und bietet ihnen an, sie in sein magisches Reich zu führen, in dem niemand je erwachsen werden muss. Doch er verrät ihnen nicht, dass dieses Land im Sterben liegt und dort nicht nur magische Geschöpfe und das Abenteuer ihres Lebens auf sie warten, sondern auch größte Gefahr…

Wer kennt sie nicht, die Geschichte um Peter Pan. Der Junge aus dem Nimmerland, der nie erwachsen werden will und Kinder mit auf seine Reise nimmt. Wollten wir nicht alle schon einmal in unserer Kindheit mit dem sympathischen Jungen durch die Lüfte fliegen und Abenteuer bestehen?

Brom hat allerdings das Märchen mal von einer ganz anderen Seite betrachtet. Denn eigentlich ist Peter gar nicht der Traum aller Kinder, die nie erwachsen werden wollen. Er benutzt die Kleinen für eigene Zwecke und lockt diese mit in sein Reich. Das schafft er nur, indem er sich gezielt Jugendliche mit Problemen oder einem schlimmen sozialen Umfeld aussucht und diese quasi rettet.
Warum tut Peter das? Welche Ziele verfolgt er? Sollten ihm die Kinder dankbar sein, dass er sie mitgenommen hat, oder ist er wirklich einfach ein böser Kinderdieb?

Wer glaubt, mit dem „Kinderdieb“ ein Jugendbuch in den Händen zu halten, den muss ich leider enttäuschen. Die Protagonisten sind zwar Teenager und Jugendliche, allerdings ist der Fantasyroman eindeutig für Erwachsene gemacht. Das merkt man gleich am Anfang der Geschichte. Es geht sofort brutal zu. Der Autor hat sich nicht gescheut, auch grausame Dinge bildlich und detailgetreu zu beschreiben.

Der Leser hat alles ganz klar vor Augen und fühlt mit allen Charakteren sehr mit. Das wird noch durch die liebevolle Gestaltung des Buches unterstützt. Ab der Hälfte finden sich wunderschöne Zeichnungen der verschiedenen Wesen in Farbe und vor jedem Kapitel ist auch noch ein passendes Bild zu sehen.

Ich muss sagen, dass ich das Buch innerhalb kürzester Zeit verschlingen musste. Auf der einen Seite war ich immer wieder von der offenen Brutalität von Peter geschockt, andererseits hat er ein Herz aus Gold und viel Edelmut gezeigt. Die Handlungen und Charakterzüge haben einen großen Zwiespalt in mir ausgelöst und sehr zum Nachdenken angeregt. Davon war ich sehr begeistert.
Ich möchte an dieser Stelle eine absolute Buchempfehlung aussprechen.
Aber Achtung: „Der Kinderdieb“ ist nichts für zartbesaitete Leser!

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2 Kommentare

  1. David said,

    Tolle Rezi! 🙂
    Ich lese es ja gerade noch und genieß es auch 😉

    LG David

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