Sorry von Zoran Drvenkar

13. Mai 2011 at 07:27 (Bücher, Rezensionen)

Taschenbuch

400 Seiten

ISBN: 978-3548281834

EUR 8,95 (D)

Verlag: Ullstein Taschenbuch

Hast du schonmal etwas schlimmes angestellt und jemanden anderen damit sehr verletzt? Oder ist das sogar Gang und Gebe bei dir? Da wäre doch mal eine Entschuldigung fällig oder meinst du nicht? Ach so, das ist dir unangenehm? Kein Problem! Ich habe hier eine Agentur für dich, die das alles ganz sauber und seriös für dich in Angriff nimmt und erledigt…

Die vier Freunde Kris, Tamara, Wolf und Frauke haben eigentlich eine geniale Geschäftsidee. Sie haben ein kleines Unternehmen gegründet, dass sich ausschließlich im Namen anderer bei den verschiedensten Personen für ihre Untaten entschuldigt. Schnell merken sie, dass diese Marktlücke hervorragend bei den Kunden ankommt. Sie verdienen sich bald eine goldene Nase…
Doch dann nimmt die Handlung eine Wendung,  also sie sich bei jemandem entschuldigen sollen, der bereits tot ist. Wer ist der Mörder? Und wer ist so dreist und beauftragt auch noch eine Firma, um sich bei seinem Opfer zu entschuldigen?

Von Anfang an merkt der Leser, dass er mit „Sorry“ etwas ganz besonderes in den Händen hält. Die Taten des grausamen Mörders werden nämlich aus der Sicht des Lesers in der Ich-Perspektive beschrieben. Dann dürfen wir den weiteren Verlauf des Thrillers in vier weiteren Handlungssträngen mit verfolgen. Das geschieht aus der Sicht der vier Hauptprotagonisten.
Zunächst ist dieser Stil gewöhnungsbedürftig, allerdings begeistert das außergewöhnliche schnell!

Nicht nur, dass der Thriller an sich sehr spannend und interessant ist, nein, der Leser wird hier auch noch zum Nachdenken angeregt. Kann es gut sein, schlimme Dinge von sich abzuwenden udn sich einfach eine Entschuldigung zu erkaufen? Ist das ein Freifahrtschein für alle Menschen ohne Moral tun und lassen zu können was man will? Ist eine solche Agentur der moderne Ablass, den wir bereits aus der Kirche kennen?

Ich muss sagen, dass mich das Buch nicht von der ersten Seite an fesseln konnte, weil der Schreibstil für mich so völlig neu war. Man musste sich auch sehr konzentrieren, um die verschiedenen Handlungsstränge nicht durcheinander zu würfeln.
Dennoch bin ich restlos begeistert von dem Buch. Zoran Drvenkar hatte nicht nur eine wahnsinnig tolle Idee für einen Thriller – der vollgepackt mit Anregungen sich selbst Gedanken über Moral zu machen – ist. Nein, er hat das auch noch in einem unverwechselbarem Schreibstil verpackt.
Daumen hoch dafür und Empfehlung für alle Thrillerfans und die, die es noch werden wollen.

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8 Kommentare

  1. Desirée said,

    Das erinnert mich daran, dass ich dieses Buch unbedingt lesen wollte als es rauskam, aber das Hardcover war mir zu teuer und mittlerweile hatte ich es längst vergessen. Muss unbedingt auf meine Leseliste!

  2. vanillakissme said,

    Hallo Kristinchen!
    Mir hat das Buch auch gut gefallen, obwohl es teilweise etwas verwirrend war! Es gab viele Stellen in der Geschichte, wo ich kurz inne halten musste, um dann wieder weiterlesen zu können.
    Finde die Thematik aber sehr gut umgesetzt!
    Liebe Grüße

  3. David said,

    Hey Kleines,
    die Rezi ist wieder super geworden!
    Das Buch subbt bei mir noch 😉
    Du musst von ihm mal „Du“ lesen, das war grandios!

  4. Steffi said,

    Wieso kenne ich denn diesen Autor nicht, wenn er so tolle Bücher schreibt? Das muss ich bald mal ändern, deine Rezi hört sich nämlich super an. 🙂

    Liebe Grüße aus Berlin!

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