Tiere von Simon Beckett

9. Mai 2011 at 12:16 (Bücher, Rezensionen)

Taschenbuch

288 Seiten

ISBN: 978-3499249150

EUR 9,99 (D)

Verlag: rororo

Nigel hat einen Beruf, den er täglich ausübt, nette Arbeitskollegen und geht jeden Tag dem  gleichen Trott nach. Leider ist Nigel auch nicht ganz richtig im Kopf. Er wirkt ein wenig zurückgeblieben. Da gibt es aber eine Sache, die Nigel zu jemandem ganz besonderen macht: sein ganz spezielles Hobby. Nigel ist nämlich sehr tierlieb. Er selbst hält sich im Keller so einige besondere Exemplare. Das wäre alles kein Problem, wenn es sich hierbei nicht um Menschen handeln würde…

Mit „Tiere“ hält der Leser ein ganz besonderes Exemplar aus dem Genre der Thriller in den Händen. Wir lesen nämlich die Geschichte von dem Psychopathen Nigel aus seiner Sicht, also aus der Sicht des Täters. Das macht es zu einem besonderen Leseerlebnis.
Nigel ist sehr zurückgeblieben, dementsprechend ist das Buch in kindlicher Sprache geschrieben. Das ist zwar am Anfang der Geschichte etwas gewöhnungsbedürftig, tut dem Lesevergnügen aber keineswegs einen Abbruch. Im Gegenteil, dadurch wirkt die Handlung sehr authentisch.

Faszinierend war für mich, dass der Protagonist sehr brutal und abstoßend ist. Er ist ein Mörder und fügt seinen Opfern unendliche Qualen zu. Dennoch hatte ich durch Simon Becketts Schilderungen des öfteren große Sympathie gegenüber dem Psychopathen. Das klingt erschreckend, aber ich konnte mich so in Nigel hineinfühlen, dass ich mehr oder minder seine grausamen Taten, die sich im Keller abspielen, verdrängt habe.

Für mich war „Tiere“ etwas ganz neues und unerwartetes. Ich konnte den Thriller nicht mehr aus den Händen legen und habe das Buch praktisch verschlungen. Meine völlig gegensätzlichen Gefühlsschwankungen zwischen Abscheu, Ekel, Mitleid und Sympathie machten die Geschichte für mich zu etwas einzigartigem – zu einem ganz besonderen Leseerlebnis, das ich gerne weiterempfehlen möchte.

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4 Kommentare

  1. Silke said,

    Hallo Christin,

    wieder eine schöne Rezension von dir 🙂 Ich habe das Buch schon auf dem SuB liegen und bin nach deiner Rezi noch neugieriger auf das Buch geworden. Das Problem ist nur, ich habe zur Zeit so viele Bücher hier liegen, die ich am liebsten alle sofort gleichzeitig lesen möchte…. Manchmal hat man es echt nicht leicht 😉 Aber ich bin sicher, ich werde „Tiere“ auch bald lesen.

    LG, Silke

    • Kristinchens Leselounge - Bücher, Rezensionen & mehr ... said,

      Huhuu Silke,
      das geht mir auch so mit dem SuB, da wünscht man sich ein zweites Hirn gelle =) Das Buch kannst du aber ruhig vorziehen, weil sich das unglaublich schnell liest. Hab aber auch schon negative Meinungen zu „Tiere“ gehört. Also entweder man hasst es oder man liebt es =)
      Bin gespannt wie du es findest.
      LG Kristin

      • Silke said,

        Ja, ich habe auch schon viele negative Meinungen zu dem Buch gehört. Aber davon lass ich mich nicht abschrecken, da ich „Flammenbrut“und „Osession“ von dem Autor gut fand, und es auch dort viele negative Meinungen gab. Ich bin sehr gespannt, ob mir „Tiere“ gefallen wird. Es ist dank dir schon mal auf dem SuB nach oben gewandert 🙂
        Im Augenblick lese ich „dunkles Blut“ von Stuart MacBride 🙂

        Sonnige Grüße, Silke

  2. Jarg said,

    Ging mir auch so beim Lesen … man weiß nicht, ob man Nigel hassen soll oder Mitleid für ihn angebracht wäre. Beckett schafft es, dass man sich dabei ertappt, für einen absolut ekelhaften Menschen eine vage Form von Sympathie zu empfinden …erinnert ein wenig an Nigel McCrerys Thriller „Kaltes Gift“, der mit hoher Empathie eine ziemlich fiese Serienmörderin charakterisiert (s. http://jargsblog.wordpress.com/2011/01/27/kaltes-gift-nigel-mccrery/)

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