Beste Beziehungen von Gustav Ernst

28. Februar 2011 at 22:04 (Bücher, Rezensionen)

Hardcover

211 Seiten

ISBN: 978-3852186771

EUR 19,90 (D)

Verlag: Haymon Verlag

 

Ihr wollt mal etwas ganz anders über Paare lesen? Nerven euch die ewigen schnulzigen Happyends nicht auch? Wie geht es in der Liebe weiter? Lebt man zu zweit wirklich immer glücklich und zufrieden bis ans Ende aller Tage? Ich sage Nein. Und dieser Meinung ist scheinbar auch Gustav Ernst.
Denn hier lesen wir schonungslos, wie es nach dem anfänglichen Glück in einer Beziehung weitergeht.

In „Beste Beziehungen“ lesen wir nicht nur von einem Pärchen. Vor allem lesen wir nicht von den guten Geschichten, die man normalerweise in einem Buch über Paare liest. Der Autor fängt an zu erzählen, wo andere sich ausschweigen. Wir lesen davon, wie es ist, wenn der Alltag nicht nur beginnt, sondern schon fortgeschritten ist. Man lebt nebeneinander her, führt belanglose Gespräche und streitet sich auch mal über Kleinigkeiten. Und so richtig glücklich ist man auch nicht miteinander.
Oder aber man hat nebenher Affären laufen, die auf keinen Fall herauskommen dürfen. Selbst der Lehrer hat die schlimmsten Gedanken, wenn er kurzröckige Schülerinnen im Teenageralter sieht.
Und dann gibt es auch Menschen, die ausbrechen und es nicht mehr hören können, dass sie Versager sind. Inwiefern ausbrechen? Ganz einfach: Indem man ausrastet und dem ganzen ein Ende macht…

Was zunächst auffällt, ist die nicht vorhandene Unterteilung in Kapitel. Das hemmt den Lesefluss doch sehr. Die Sprünge von Episode zu Episode bemerkt man optisch nur durch einen Absatz.
Außerdem sind die Dialoge der Protagonisten nicht durch Satzzeichen markiert. Auch das empfand ich als störend.

Als nächstes ist die Sprache sehr auffällig, der sich Gustav Ernst bedient. Er nimmt überhaupt kein Blatt vor den Mund. Es fallen oft sehr obszöne Worte, die doch schockierend wirken. Das ist wohl auch der Sinn. Man hat das Gefühl, dass der Autor den Leser provozieren möchte, was ihm letztendlich auch gelingt.

Im Grunde hat mir das Buch gefallen, auch wenn der Roman doch sehr gewöhnungsbedürftig war. Es war interessant auch mal die andere Seite der Medaille der Liebe zu lesen. Ich habe dennoch etwas anderes erwartet. Wer kein Problem mit harter Sprache und Wortwahl hat, der sollte sich „Beste Beziehungen“ getrost zu Gemüte führen.

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