Ich hatte vergessen, dass ich verwundbar bin von Delphine de Vigan

7. Februar 2011 at 20:46 (Bücher, Rezensionen)

Hardcover

256 Seiten

ISBN: 978-3426198865

EUR 18,- (D)

Verlag: Droemer

 

Mathilde ist eigentlich eine starke Frau. Sie ist alleinerziehende Mutter von drei Kindern und hat einen Job der ihr richtig Spaß macht. Sie und ihr Vorgesetzter sind ein gutes Team. Doch irgendwann ändert sich das, aus welchem Grund auch immer. Mathildes Chef ist plötzlich kühler ihr gegenüber, er „vergisst“ ihr Termine zu verschiedenen Meetings mitzuteilen, setzt bei Aufträgen viel zu kurze Fristen und macht sie auch bei Kollegen schlecht. Anfangs kommt alles so schleichend, dass sie gar nicht mehr weiß wann alles begonnen hat. Man könnte sogar meinen, dass Mathilde paranoid ist. Erst glaubt sie sogar selbst, dass sie sich alles nur einbildet, aber es spitzt sich immer mehr zu und die Situation in der Firma wird immer schlimmer für sie.
Als Mathilde innerlich nur noch leer ist und nur noch aufsteht, um zu funktionieren, geht sie zu einer Wahrsagerin. Die prophezeit ihr, dass am 20. Mai etwas passieren wird…
Zur selben Zeit macht der Arzt Thiebault endlich mit seiner Freundin Lila Schluss, die ihn sowiso nicht geliebt hat. Was hat die Geschichte des Arztes mit Mathildes Schicksal gemein?

Delphine de Vigan hat diesen Roman in einem wundervollen Schreibstil geschrieben. Sie verwendet unglaublich schöne Sätze, ohne dass es zu poetisch wird, so dass man das Buch in einem Rutsch durchlesen kann. Das möchte man auch, da man als Leser nicht nur mit Mathilde mitfühlt sondern auch wissen unbedingt wissen möchte wie es weitergeht. Wie setzt sich die Mutter zur Wehr gegen ihren Chef? Denn schließlich ist das eindeutig Mobbing auf eine böse niederträchtige Art und Weise! Wird sie sich überhaupt zur Wehr setzen? Oder lässt sie sich weiterhin einfach alles gefallen, bis sie irgendwann innerlich kaputt zusammenklappt und zwangsweise das Handtuch werfen muss?

Mich hat diese beeindruckende Geschichte auch sehr nachdenklich gestimmt. Denn Mobbing ist immer ein ernstes Thema, egal wo und wann es stattfindet. Denn man sollte sich das auf keinen Fall gefallen lassen. Doch wie soll man sich verhalten? Wann ist der richtige Zeitpunkt um aufzustehen und zu sagen „Stop, bis hier hin und nicht weiter!“ Und wie verhält man sich als Opfer, wenn keiner zu einem steht?

Wer Angst hat, dass es sich wegen der Wahrsagerin zu einer Geschichte mit übersinnlichen, esoterischen Inhalten entwickelt, den kann ich beruhigen. Denn dieses Treffen, ist nur der Anstoß, von etwas längst überfälligem. Es muss eindeutig etwas passieren!

Die Autorin, hat die Emotionen der Protagonistin so klar und einfühlsam beschrieben, dass ich persönlich Mathilde einfach nur in den Arm nehmen und ihr helfen wollte. Das Buch hat mich sehr berührt! Eine Geschichte für alle, die etwas ernstes mit viel Gefühl über das man länger nachdenken muss, lesen möchten.

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